Mitgliederversammlung soll Weichen für die Wahl 2020 stellen

Sie sind kein sehr großer, aber ein durchaus eigenwilliger Farbtupfer in der Kommunalpolitik – und könnten dies noch eine ganze Zeit bleiben. Die „Bürger für Landshut“ kurz BFL wollen auch bei der Stadtratswahl 2020 wieder antreten. Damit seid „definitiv zu rechnen“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Andreas Löscher.
In welcher Form dies konkret geschehe, stehe allerdings noch nicht fest. „Am wahrscheinlichsten“ und „eigentlich logisch“ sei es, so Löscher, eine eigene Liste ins Rennen zu schicken. „Eine weitere Option“ besteht darin „als Einzelpersonen auf einen anderen Liste anzutreten“. 15 Jahre gibt es die „Bürger für Landshut“ inzwischen; gegründet wurden sie im Mai 2004, um den von der CSU nicht als OB-Kandidat gewünschten Hans Rampf auf einem alternativen Ticket zum Oberbürgermeister wählen zu lassen. Dass dies tatsächlich gelang (noch dazu im ersten Wahlgang), hat den BFL ihren Platz in den kommunalpolitischen Annalen gesichert. Bei den zwei Stadtratswahlen, die seitdem über die Bühne gingen, fuhren die „Bürger für Landshut“ Ergebnisse von unspektakulärer Solidarität ein. 2008 holten sie 7,4% der Stimmen und drei Mandate, 2014 kamen sie auf 4,8% und 2 Sitze, von denen nach dem Austritt von Margit Napf alsbald nur noch einer übrig blieb. Somit hält Bernd Friedrich als einziger Stadtrat die BFL-Fahne im Rathaus hoch und bildet gemeinsam mit den beiden JL-Vertretern Thomas Haslinger und Karina Habereder eine dreiköpfige Fraktion. Friedrich, der seit 2008 für die BFL im Stadtrat sitzt, will nach Lage der Dinge nächstes Jahr erneut kandidieren. Entschieden sei noch nichts, „aber ich werde von vielen Seiten gedrängt“, berichtet der 78-Jährige. Und fügt hinzu: „Es juckt mich schon noch“! Auch Vereinschef Löscher, der 2014 auf der BFL-Liste hinter Napf und Friedrich die drittmeisten Stimmen erhält, beantwortet die Frage, ob er erst 2020 wieder versuchen will, mit einem gut gelaunten „Ja“.

Mitgliederversammlung nach der Sommerpause

Formal zu entscheiden sind die strategischen und die personellen Fragen naturgemäß von den – rund 40 – Mitgliedern. Nach der Sommerpause, voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober, wollen die BFL auf einer Versammlung die Weichen für die Stadtratswahl stellen. Dass deren Termin am 15. März 2020 dann nicht einmal mehr ein halbes Jahr entfernt ist, sei „sicher kein Problem“, sagt Löscher. „Wir fangen dann ja nicht bei Null an, alles läuft parallel“. Friedrich unterstreicht: „Wir sind da ganz cool. Der eigentliche Wahlkampf beginnt ohnehin erst im neuen Jahr“.

Bleibt die OB-Frage. Werden die „Bürger für Landshut“ einen eigenen Kandidaten für die – diesmal zeitgleich stattfindende – Oberbürgermeisterwahl nominieren? „Relativ sicher nicht“, sagt der Vorsitzende Löscher. „Natürlich“ nicht, betont Stadtrat Friedrich.

Folgt daraus die Empfehlung für einen anderen Bewerber – und, falls ja, für welchen? Es liegen „nahe, Thomas Haslinger zu unterstützen“, so Friedrich über den CSU Kandidaten, der sein Fraktionskollege ist. Löscher indes verweist darauf, wie sich die BFL in ihrer Historie von Anfang an – sprich: bei der Rampf-Wahl  -positioniert hätten: „Bestimmt nicht als Steigbügelhalter der CSU. Eher das Gegenteil.“

 

Quelle: Landshuter Zeitung

Eigene Liste, kein OB-Kandidat