„Für welchen OB-Kandidaten wir Wahlhilfe leisten, steht noch nicht fest”

Mit einem Zitat von dem Landshuter Oberbürgermeister Alexander Putz (FDP): „In einer Kommune hat politische Ideologie überhaupt nichts verloren“, eröffnete der Vorsitzende des Vereins Bürger für Landshut, Andreas Löscher,  die Auftaktveranstaltung für die Kommunalwahl am 15. März 2020. Herzlich begrüßte er die Kandidaten der BfL, Freunde und Förderer, sowie Gäste  des Vereins, in der Gaststätte Zollhaus in Landshut. Als kleine Geste für die Anwesenden, wurde das erste Getränk der Gäste vom Verein übernommen. Sogar eine musikalische Begleitung für den Abend war organisiert. Das Mitglied Stefan Brunner übernahm diese Aufgabe.

„Wir brauchen in Landshut eine parteifreie und lösungsorientierte Politik, und wir brauchen unserer Meinung nach, eine zuverlässige und realistisch denkende politische Gruppierung in Landshut, wie wir es sind. Die Bürger für Landshut sehen sich als parteifreier Wählerverein, der sich aus Bürgerinnen und Bürger, die am politischen Leben in Landshut interessiert sind und sich einbringen wollen zusammensetzt, so der Vorsitzende Löscher.

Die CSU habe gesagt, sie möchte die Zersplitterung im Landshuter Stadtrat wieder beseitigen. Dabei sei sie genau genommen ein Teil dieses Problems. Die Zersplitterung käme dadurch, dass die Bürgerinnen und Bürger mit der Politik der etablierten Parteien nicht mehr zufrieden seien. Besonders die Ränkespiele verschiedener Gruppierungen wären nicht gerade positiv bei den Landshutern angekommen, meinte der Vorsitzende.

Die Bürgerinnen und Bürger, die die BfL mittlerweile schon 16 Jahre lang vertritt,   will man mit ihren persönlichen Anliegen in ihren Stadtteilen nicht alleine lassen und sich um sie kümmern. Besonders darin sieht der Wählerverein seine Aufgabe. Er sieht sie nicht in einem Rahmen eines Parteiprogrammes, sondern darin, Probleme und Anliegen der Landshuter pragmatisch zu lösen.

Die BfL wollen gestärkt wieder mit drei Kandidaten in den Landshuter Stadtrat einziehen und damit wieder eine Fraktion bilden. Die hervorragende Liste, die mit jungen bis älteren Kandidaten gespickt sei, sei die Garantie dafür. Die Liste sei ausgewogen, was den Anteil der weiblichen und männlichen Kandidaten anbelangt. Die Mischung aus allen Berufsfeldern der Gesellschaft sei gegeben.

Stadtrat Bernd Friedrich beleuchtete die Themenfelder des Wahlprogramms, für die sich der Wahlverein einsetzen will, die unter dem Motto Lösungen statt Illusionen und Realität statt Wunschkonzert zusammengefasst sind. Themen sind: Schluss mit den Staus – endlich ein Gesamtkonzept erarbeiten, Neubaugebiete erschließen und Nachverdichtung mit Augenmaß betreiben, die Angebote zur Kinderbetreuung ausbauen, den Pflegenotstand anpacken und sich um Spitzenmedizin in Landshut kümmern, für Versachlichung der Klimadiskussion sorgen und eine parteifreie Lösungspolitik betreiben.

An den OB-Wahlen waren die Bürger für Landshut immer maßgeblich beteiligt, ob es bei der Wahl von Hans Rampf oder bei der Wahl von Alexander Putz war, die man unterstützt habe. Dieses Mal stehe noch eine Entscheidung aus. Bei einer eventuellen Stichwahl könne es sein, dass man sich auf den einen oder anderen Kandidaten festlegt. Entscheidend dabei wird nicht sein, ob einer der Kandidaten die Handynummer vom Bayerischen Ministerpräsidenten kennt.

Monika Voland-Kleemann, die auf der Kandidatenliste den Platz 2 einnimmt, betrachtete das Themenfeld Soziales, Gesundheit und Pflege. „Wir müssen den Pflegeberuf der Jugend verkaufen. Wir müssen die Schulen einbeziehen und müssen attraktive Praktika anbieten, um den jungen Leuten zu vermitteln, auf was sie sich bei diesem Berufsbild einlassen“, so ihr Credo.

 

 

Ute Henschel, auf Platz 10 der Liste, engagiert sich bei den BfL in der Kompetenzgruppe Klima, Umwelt und Energie. Sie würde sich einfach mehr Versachlichung in der Klimadiskussion wünschen, das hieße, keine Panikmache und weniger Verbote. In Landshut gäbe es keinen Klimanotstand, dies hätte auch der Stadtrat mehrheitlich abgelehnt. Einen besonderen Blick lenkte sie in ihrem Statement auf die längst fällige Sanierung des Biomasse-Heizkraftwerks, das angeblich unter dem Slogan „Brennstoff aus Landschaftspflege“ Furore machen sollte. Über 80 Millionen Euro seien seit Baubeginn im Jahre 2011 in das BHKW hineingeflossen, heute gehe man davon aus, dass „Schwarze Zahlen“ erst im Jahre 2036 möglich sein können. Henschel wünscht sich keine ideologisierte Politik in Sachen Klimawandel.

 

Doris Dinkel auf Platz 9 der Liste, beschäftigte sich in ihrem Kommentar mit der Schuldenlage der Stadt. Darunter leidet, wie sie behauptete und darstellte, besonders die Marodität der Schulen und besonders das jahrzehntelange  „Schulehalten“ in den Containern.

Frau Dinkel ist Mutter von drei Kindern und ihr liegt, wie sie sagte, das Thema Schule besonders am Herzen. „Wir sind 2004 nach Landshut gekommen, ich habe meinen Sohn in die Schule gebracht, und ich werde nie den ersten Elterntag vergessen, wir saßen da etwas eingeschüchtert in einem Raum, die Lehrerin nahm dieses wahr und meinte, das ist unser Klassenzimmer, sie glauben es vielleicht nicht, aber wir haben kein anderes, es ist nicht schön und mir gefällt es auch nicht. Ich schlage ihnen vor, wir treffen uns am Wochenende mit Farbe, Eimer und Pinsel, und malen das Klassenzimmer ein bisschen aus, damit es für die Schülerinnen und Schüler etwas freundlicher aussieht!“ Das ist dann auch gemacht worden, aber leider ging es die nächsten Jahre genau so weiter. Einen anderen Fall beschrieb Doris Dinkel so, dass in einem Klassenzimmer erst zwei Schüler aufstehen, den Tisch beiseiteschaffen mussten, dass der Lehrer zur Tür herein kommen konnte. 36 Kinder seien in diesem Raum eingepfercht gewesen.

In einem dritten Klassenzimmer gab es eine Ecke wo beide Wände voller Schimmel waren. Die Verblüffung und der Ärger darüber war groß. Bei der Nachfrage nach einem anderen Zimmer, gab die Lehrerin die Antwort: „Diesen Raum haben wir schon seit Jahren und können daran nichts ändern. Ab und zu gehen wir mit Schimmelspray an die Mauern, um kurzfristig das Problem in den Griff zu kriegen.“ Doris Dinkel habe im Haushaltsbericht der Stadt Landshut gelesen, dass diese Schule im Jahre 2020 immer noch nicht renoviert sei. Mit Wut im Bauch fragt sich Doris Dinkel, was sei denn nun wichtiger, als dass man diese Schule endlich renoviert? Wo ist dieses Geld hingeflossen, das dafür vorgesehen war? Man habe doch Steuern bezahlt und es sei doch eigentlich Geld dafür da. Landshut sei natürlich kein Einzelfall, denn in ganz Bayern sei dieses Phänomen zu betrachten.

Eine Studie zeige, dass, wenn Schulgebäude ein wenig gepflegt und angenehmer für die Schülerinnen und Schüler seien, wesentlich weniger Vandalismus passiere und die Menschen, die in diesen Gebäuden arbeiten und lernen, eine viel bessere Leistung erbringen können.

„Wir haben 4.200 qm Schulcontainer in der Region Landshut zu verzeichnen und das wird wahrscheinlich eine Dauerlösung bleiben, wenn man 2024 erst anfängt zu sanieren“, das ärgere Doris Dinkel besonders. Es kann nicht sein, dass man am „Grünen Tisch“ behauptet, was sei denn so schlimm, wenn man ein paar Jahre im Container sitzt und lernen müsse. Im Hanns Carossa Gymnasium gibt es seit 10 Jahren Container, das seien Dimensionen und vor allem sei diese Situation aus gesundheitlichen und psychischen Gründen nicht tragbar. „Wie wird die nächste Generation damit fertig werden“, beklagt Doris Dinkel diese Situation.

Die anschließende Diskussionsrunde mit den Gästen im Gasthaus Zollhaus dauerte noch lange und wogte hin und her von Thema zu Thema.

Quelle: www.klartext.la


Bilder vom Wahlkampf-Auftakt:

 

 

 

 

„Für welchen OB-Kandidaten wir Wahlhilfe leisten, steht noch nicht fest”